BASILIKA DES HEILIGEN FRANZISKUS, Oberkirche Giotto 2

Audio-Guide Länge: 2.28
Deutsch Sprache: Deutsch

Im Fresko „Die Krippe von Greccio“ lässt Sie Giotto das Innere einer mittelalterlichen Kirche sehen und führt Sie jenseits der Grenze, die den für alle offenen Teil der Kirche von dem für den Klerus reservierten trennte. So sehen wir oben links die Kanzel, von der aus man predigte, und die Rückseite eines großen Kruzifixes, das zum Kirchenschiff hin an einem Holzgerüst hing. Weiter unten sehen Sie ein großes Rednerpult. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, wie Giotto versucht hat, die Tiefe des Raumes und das Ausmaß des Objekts in „Perspektive“ darzustellen. Es gibt ein großes Gesangsbuch, aus dem die Ordensleute alle zusammen sangen, so wie es hier die vier Brüder mit offenem Mund tun. Im Vordergrund Franziskus, wie er in Anwesenheit von Würdenträgern und Klerikern die erste Krippe aufstellt. Hier sehen Sie eine von Giottos Neuheiten: die Konstruktion von Raum, Objekten und Figuren, die echt und natürlich wirken, wie es bisher niemand vermochte.

 

Die Geschichten setzen sich an der Innenfassade der Kirche mit dem „Wunder der Quelle“ fort. Beachten Sie wie Giotto das Gemälde anlegte: links die vertikalen Linien des Berges im Halbdunkel, während rechts, wo das Wunder geschieht, das Auge den Figuren nach oben zu folgen scheint, vom liegenden Mann bis zum Heiligen Franziskus, dem leuchtenden Höhepunkt. Beachten Sie auch die beiden Brüder mit dem Esel. Dieses Gemälde ist so realistisch, dass es Cimabues Kunst in die Vergangenheit verweist.

 

Gehen Sie jetzt zu „Die Predigt an die Vögel“: Obwohl Giotto die Technik des Freskos gut beherrschte, beendete er seine Arbeiten leider oft erst, wenn der Putz bereits trocken war. Daher ist die Farbe an vielen Stellen abgefallen. Doch die eigentliche Hauptaussage des Werkes ist immer noch sichtbar: Es ist das neue Gefühl von Natur, Luft, Landschaft und Tieren, dem Franziskus als einer der ersten einen Lobgesang widmete.

 

Und noch eine Kuriosität: Giotto war ein wohlhabender Künstler und war sich, wie jedes Mitglied des gehobenen Bürgertums seiner Zeit, des Wertes des Geldes bewusst. Er kümmerte sich um seine Geschäfte und investierte seine Gewinne in Immobilien und Grundstücke. Doch damit war er nicht zufrieden: Er vermietete Webstühle an arme Weber, die es sich nicht leisten konnten, ein so teures Gerät zu kaufen. Und es scheint, dass er sogar selbst ... Wucherdarlehen vergab.

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