ANNUNZIATA-PLATZ, KIRCHE - KLEINER KREUZGANG

Audio-Guide Länge: 2.46
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie auf jeden Fall die Basilika der Santissima Annunziata besichtigen müssen. Zunächst einmal, weil sie der wichtigste Marienwallfahrtsort von Florenz ist. Man kann sagen, dass die Kirche um ein Fresko aus dem dreizehnten Jahrhundert herum gebaut wurde, die Verkündigung, die als wunderbewirkend galt: Die Legende besagt, dass es dem mit dem Werk beauftragten Maler nicht gelang, das Gesicht von Maria zu malen. Plötzlich schlief er ein und das Fresko wurde wie durch ein Wunder von einem Engel fertiggemalt. 

Aber diese Basilika ist auch die Mutterkirche der Serviten, eines Florentiner Ordens, der nach dem Willen von sieben Florentiner Adligen ins Leben gerufen wurde, die ihre Güter an die Armen verschenkt und sich dann ganz dem Kult der Heiligen Jungfrau hingegeben hatten. Die Kirche hat die Form, die Sie jetzt sehen, aufgrund der nachfolgenden Baumaßnahmen erhalten, zuerst im 15. und dann im 17. Jahrhundert. Wenn Sie an der rechten Seite entlanggehen, können Sie den robusten achteckigen Korpus aus dem fünfzehnten Jahrhundert sehen, mit Kapellen aus verschiedenen Epochen davor und an der Seite.

Nach dem Portal unter dem eleganten Portikus der Fassade aus dem sechzehnten Jahrhundert betreten Sie nicht sofort die Kirche, sondern ganz unerwartet den kleinen Kreuzgang der Gelübde, der wegen der vielen Votivgaben so genannt wird, die einstmals hier bei Filippo Benizi gelassen wurden, einem der Gründer des Ordens und in der Stadt viel verehrten Heiligen. Der Kreuzgang ist eine leichte und elegante Struktur. Er wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts von Michelozzo entworfen und ist heute von einer Glaswand abgedeckt.

Wenn Sie den Blick zu den Lünetten heben, können Sie die Anfangsphase der Kunstperiode verfolgen, die als der Florentiner Manierismus bekannt ist: Sie können hier die Fresken über Episoden aus dem Leben von Maria und Sankt Filippo Benizi betrachten, die um 1520 von Andrea del Sarto und seinen beiden berühmtesten Schülern Pontormo und Rosso Fiorentino gemalt wurden. Es handelt sich dabei um ein sehr bedeutendes Werk, das sogar den Beginn einer neuen Ära in der Florentiner Malerei markierte.

Ich empfehle Ihnen insbesondere das Fresko, das Mariä Himmelfahrt darstellt, eine Arbeit von Rosso Fiorentino, an der Sie den Einfluss von Werken im Stil der nordischen Meister feststellen können. Wenn Sie genauer hinsehen, können Sie in der Szene auch einen kleinen Hauch von Illusion erkennen: Der Mantel eines der Apostel hängt über die Unterkante des Gemäldes heraus.

 

NEBENBEI: Für die Lampen der wundersamen Kapelle der Verkündigung wurde viel Öl benötigt. Am Morgen des zweiten Sonntags der Osterzeit fand deshalb eine sehr malerische Prozession statt: Ein Pfarrer führt einen Esel mit zwei halben Fässern Öl und einem kleinen Kind auf dem Rücken, das als Engel verkleidet war. Man nannte dies „Die Engelchen-Zeremonie“.

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