SANKT MARIA DELLE GRAZIE, DER ABENDMAHLSSAAL - DIE TECHNIK

Audio-Guide Länge: 2.22
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Achten Sie darauf, dass Sie nicht einem sehr häufigen Irrtum verfallen: Obwohl es auf eine Wand gemalt wurde, ist das Abendmahl von Leonardo da Vinci kein Fresko und dies erklärt, warum seine Erhaltung und Restaurierung so schwierig ist und warum die kontinuierliche Überwachung der klimatischen Bedingungen der Umgebung erforderlich ist, wobei Staub vermieden und die Feuchtigkeit der Wand kontrolliert werden muss.

 

Die traditionelle Technik der Freskomalerei hat den Vorteil, dass die Wandmalereien für lange Zeit konserviert sind, aber sie fordert vom Künstler, die Farbe schnell auf eine dünne Schicht aus Gips aufzutragen, die noch feucht ist (eben frisch, „fresco“), bevor sie austrocknet. Leonardo war der größte und unabhängigste Freigeist der Renaissance und er konnte keine Zwänge und Einschränkungen ertragen. Er war nicht der Typ, der sich an die an die Trockenzeiten des Gipses anpasste. Er konnte den ganzen Tag vergehen lassen, ohne auch nur einen Fuß in den Raum zu setzen, in dem seine Arbeit erfolgte. Dann konnte er wieder ganz plötzlich viele Stunden ohne Unterbrechung mit dem Malen verbringen, mit einer außergewöhnlichen Energie und Konzentration.

Deshalb beschloss Leonardo, Das Abendmahl mit einer innovativen Technik der Farbfixierung an die Wand zu malen. Er wollte auf dem Gerüst arbeiten können, so als ob er bequem vor einer Staffelei säße, und zwar mit Temperafarben, und er veränderte es ständig.

 

Leider erwies sich diese Technik schon wenige Jahre nach der Fertigstellung als eine mittlere Katastrophe: Die Farben begannen, sich vom Putz abzulösen und die Schäden schienen von Anfang an irreparabel. Die von Leonardo vorbereitete Trägerschicht hatte die Farben nicht richtig gehalten und alles bekam Risse und splitterte auf.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der erste „Restaurator“ des Abendmahlsgemäldes Leonardo selbst war, als er etwa zehn Jahre später nach Mailand zurückkehrte. Viele Zeugen und Kommentatoren jener Zeit verglichen das Werk mit einer langsam untergehenden Sonne, das man so schnell wie möglich besichtigen sollte, bevor es völlig verschwindet.

 

NEBENBEI: Zusätzlich zu den Schäden, die das Abendmahlsgemälde erlitt, gibt es noch einen Schaden, an dem die Mönche schuld sind. Leonardos Werk befand sich in ihrem Refektorium und um schneller vom Speisesaal in die Küche zu gelangen, schlugen sie eine Tür in das Gemälde, wodurch die Beine Christi entfernt wurden!

 

 

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