KATHEDRALE, PRÄSENTATION ZWEITER TEIL

Audio-Guide Länge: 3.08
Deutsch Sprache: Deutsch

Ich schlage vor, dass Sie einen Blick auf die Fassade werfen, die erst 1906 fertiggestellt wurde, aber deutlich älter aussieht.

Es wird Ihnen schwerfallen, sie in ihrer Gesamtheit zu betrachten, da sie vom Bischofspalast durch eine schmale Straße unterbrochen wird, aber die beiden eindrucksvollen Bögen, die direkt von der Fassade der Kathedrale aus die Straße überqueren und sich mit dem Glockenturm des Gebäudes verbinden, werden Sie sicherlich beeindrucken.

 

Die von zwei Türmen flankierte Fassade hat ein gotisches Portal aus dem Jahr 1534, das von einer Nische überragt wird, in der man eine Madonna aus dem 5. Jh. bewundern kann. Auf dem Portal sieht man ein Relief von König Roger auf einem Pferd, das auf einen Muslim tritt.

Bevor Sie hineingehen, empfehle ich Ihnen, auch einen Blick auf die Rückseite zu werfen. Sie erkennen sicherlich die normannische Bauweise mit fast militärischem Charakter. Da die Kirche ursprünglich auch als Festung genutzt wurde, hat sie schwindelerregend hohe Mauern, gekrönt von zinnenbewehrten Gängen. Das elegante arabisch inspirierte Zierwerk mit dem Motiv der ineinander verschlungenen Bögen, die reich an Intarsien sind, verleiht dem Bau Schwung und Leichtigkeit.

 

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Das Innere, aus neoklassizistischer Zeit, ist in drei Schiffe unterteilt. Der Architekt Ferdinando Fuga ersetzte die ursprünglichen Gruppen von vier Säulen durch massive Pfeiler, die nur als dekoratives Element erhalten geblieben sind, und versteckte die prächtige Decke hinter bemalten Holzbalken und einem Tonnengewölbe. Trotz des kahlen Erscheinungsbildes können Sie einige sehr schöne Werke sehen, wie z.B. ein wunderschönes Weihwasserbecken im Renaissancestil, das sich in der Nähe eines der Eingänge befindet. Es ist vielleicht das Werk des Tessiner Bildhauers Domenico Gagini, Gründer einer großen Künstlerfamilie, die auf Sizilien tätig war.

Auf dem Boden befindet sich ein langes Messingband, das von der Kapelle San Francesco da Paola aus durch das Mittelschiff verläuft; seitliche Einlagen aus farbigen Steinen zeigen die Zeichen des Tierkreises, es handelt sich um die Sonnenuhr aus dem Jahr 1801. An einem hellen Tag können Sie verfolgen, wie das Licht durch ein Loch in der Kuppel eindringt und einen Punkt der Sonnenuhr erhellt.

 

Und noch eine Kuriosität: Die Sonnenuhr geht auf Anregung des Astronomen Piazzi zurück, der nach einer Reise durch Europa verstanden hatte, dass es unvermeidlich war, die Zeitrechnung dem Rest des Kontinents anzupassen. Damals wurde im Königreich beider Sizilien eine Reform der Zeitrechnung eingeführt und die Sonnenuhr in der Kathedrale angebracht, die den Mittag präzise und für alle sichtbar bestimmte.

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