MIRACOLI-PLATZ, DOM AUSSEN

Audio-Guide Länge: 3.06
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Der Dom zu Pisa steht ganz für sich allein auf einem großen Podium mit Stufen, genauso wie die Tempel der Antike. Sie können also ganz um ihn herumgehen, was ich Ihnen auch wärmstens empfehle, damit Sie die dekorativen Einzelheiten betrachten und die faszinierenden Variationen von Licht und Schatten auf den Marmorflächen genießen können.

Der Bau dieses italienischen Meisterwerks der romanischen Architektur, das Marias Aufnahme in den Himmel gewidmet ist, wurde im Jahr 1063 begonnen. Auf der linken Seite der Kirche kann man eine lateinische Inschrift lesen, die feierlich an das Ereignis erinnert, mit den Worten: „Diese Kirche wurde von den starken, mutigen und berühmten Bürgern von Pisa gebaut“.

Wie so oft bei den großen mittelalterlichen Kathedralen begann der Bau mit den Fundamenten und endete über ein Jahrhundert später mit der Fassade. Die Architektur des Doms wurde zum Modell für den gesamten Miracoli-Platz, denn bestimmte Elementen werden Sie in all seinen Denkmälern finden: die einfachen Volumen, die übereinanderliegenden Arkaden, den Marmor in schwarzen und weißen Streifen, die kostbaren geometrischen Intarsien mit Kreisen und Rauten, die in die Wände eingesetzt sind.

Bei Ihrem Rundgang um die Kirche fasziniert Sie sicher die seltsame Kuppel, die den Kreuzungspunkt zwischen dem Haupt- und dem Querkörper dominiert. Sie hat eine elliptische Form und eine zwiebelförmige Spitze, die an die islamische Architektur erinnert. Und aus dem Orient stammt auch die Skulptur eines Fantasie-Tieres. Es ist ein Greif aus Bronze, der auf dem Dach zu sehen ist.

Man könnte Stunden damit verbringen, sich in den Flachreliefs, den Intarsien aus mehrfarbigem Marmor, den Mosaiken und den Bronzeskulpturen zu verlieren. Viele davon stammen aus der Beute von der berühmten Schlacht bei Palermo gegen die Türken, die den Ursprung für die Entstehung dieses Platzes darstellt. Aber denken Sie daran, dass viele der Skulpturen im Freien nur Kopien sind, deren Originale Sie im Dommuseum bewundern können.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie auch den Bronzetüren an den Eingängen der Fassade schenken: Die älteste und bedeutendste ganz rechts ist Sankt Ranieri gewidmet, dem Schutzpatron der Stadt. Ihre Türflügel gehen auf das Jahr 1180 zurück und zeigen mit wirkungsvoller Einfachheit Episoden aus dem Leben Jesu, die mit kurzen lateinischen Inschriften kommentiert werden.

 

NEBENBEI: Außen am Dom können Sie auf der Seite, die dem Friedhof gegenüberliegt, eine Marmorplatte mit seltsamen kleinen schwarzen Löchern sehen. Eine Legende besagt, dass diese Löcher vom Teufel hinterlassene Spuren sind, der wegen der Erbauung so furchtbar wütend war. Deshalb nennt man sie die „Kratzer des Teufels“.

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