MIRACOLI-PLATZ, Schiefer Turm

Audio-Guide Länge: 3.08
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Der 54 Meter hohe, Schiefe Turm von Pisa ist sicherlich eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Planeten, eine wahre Ikone der westlichen Architektur.

Wie Sie sich vorstellen können, hängt ein Großteil seiner Berühmtheit natürlich mit seiner Schieflage zusammen, die sicherlich nicht in seinem ursprünglichen Projekt geplant gewesen war!

Aber Sie sollten wissen, dass das Problem der Neigung schon in den frühesten Phasen der Konstruktion auftrat, die in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts begonnen wurde. Die Urkunden sprechen von einer ersten Bodensenkung, als gerade die Anhebung der ersten Etage abgeschlossen war. Dieses Ereignis hat allerdings die Bauarbeiten noch nicht unterbrochen. Der Architekt schaffte es, noch zwei weitere Etagen fertigzustellen, bevor ein erneutes Absetzen des Bodens ihn gezwungen hat, den Bau zu stoppen, der erst wieder am Ende des 13. Jahrhunderts aufgenommen wurde. Die neuen Architekten versuchten auch, das Problem der Neigung zu lösen: Wenn Sie die drei oberen Etagen aufmerksam betrachten, werden Sie feststellen, dass sie eine leichte Biegung in die entgegengesetzte Richtung aufweisen. Dadurch verleihen sie dem Gebäude sein unverwechselbares Profil, das man als „Bananenform“ definieren kann. Erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts konnte man mit dem Aufhängen der Glocken die Arbeiten als beendet erklären. Der Innenraum, zu dem Sie Zutritt erhalten können, besteht aus einer Wendeltreppe mit 294 Stufen.

Die Schieflage wird von den Charakteristiken des Untergrunds verursacht, der von unterirdischen Wasserläufen durchzogen ist und sich aus lehmigen Materialschichten und Ablagerungen zusammensetzt. Obwohl ein berühmtes Lied aus den Dreißigerjahren immer betonte: „Lang lebe der Schiefe Turm von Pisa, der sich neigt, aber nicht umfällt“, wurden im Laufe der Zeit rund 8.000 Projekte vorgeschlagen, um die Gefahr eines möglichen Einsturzes abzuwenden, mit sehr konkreten bis hin zu phantasievollen und unrealistischen Ideen. In den letzten zwei Jahrhunderten wurden einige dieser Projekte auch in die Tat umgesetzt. Es wurden zum Beispiel mit Hilfe von leistungsstarken Pumpen große Mengen an Schutt abgesaugt und Zugseile aus Stahl sowie Gegengewichte aus Blei angelegt, aber die Ergebnisse waren häufig unbefriedigend und manchmal sogar kontraproduktiv.

Erst in den letzten Jahrzehnten ist es den Experten dank eines ehrgeizigen Maßnahmeplans gelungen, den Turm wieder in die Neigung zu bringen, die er vor etwa 200 Jahren hatte, was ihm noch mindestens drei Jahrhunderte Stabilität garantiert.

Lassen Sie sich aber ruhig dabei fotografieren, während sie ihn von hinten stützen, man kann ja nie wissen!

NEBENBEI: Die Glockenstube des Schiefen Turms enthält nicht weniger als 7 Glocken, von denen die größte dreieinhalb Tonnen wiegt: Ein weiteres Problem für diesen aus dem Gleichgewicht geratenen Turm!

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