VATIKANISCHE MUSEEN, PINAKOTHEK GIOTTO UND LEONARDO

Audio-Guide Länge: 3.30
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Die Vatikanische Pinakothek entstand im Jahr 1932 und ist in einem Gebäude untergebracht, das auf Wunsch von Papst Pius XI. eigens für sie geschaffen wurde. Während Sie dorthin gehen, können Sie die Gelegenheit nutzen, eine angenehme Ruhepause in der Kühle der wunderschönen Vatikanischen Gärten einzulegen, was vor allem im Sommer angebracht ist.

Es erwarten sie die Gemälde aus den Vatikanischen Palästen, mit Meisterwerken aus dem 13. bis zum 18. Jahrhundert. Das erste, auf das Sie stoßen, ist das um 1320 von Giotto beidseitig bemalte Triptychon, das einstmals über dem Hauptaltar der Basilika des Heiligen Petrus hing. Auf der vorderen, mittleren Tafel sehen Sie den Heiligen Petrus, der auf dem Heiligen Stuhl sitzt. Zu seinen Füßen steht links der Kardinal, der das Werk in Auftrag gegeben hat und das kleine Modell des Triptychons in der Hand hält. Betrachten Sie auch auf der Rückseite die Szenen des Martyriums der Heiligen Petrus und Paulus, der eine wurde mit dem Kopf nach unten gekreuzigt, der andere enthauptet.

Im Abschnitt, der dem 15. Jahrhundert gewidmet ist, empfehle ich Ihnen ein großes, abgenommenes Fresko von Melozzo da Forlì. Es stammt aus der alten Vatikanische Bibliothek und trägt den Titel Sixtus IV. ernennt Bartolomeo Platina zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek. Das Werk ist vor dem Hintergrund einer majestätischen Renaissance-Architektur dargestellt, mit einer Decke aus blauen und goldfarbenen Kassetten. Man sieht die Zeremonie, bei der Sixtus IV. in Gegenwart von anderen Personen des päpstlichen Hofes dem in der Mitte knienden Humanisten Bartolomeo Platina mit der Leitung der Bibliothek des Heiligen Stuhls betraut: Die architektonische Darstellung der Szene folgt auf perfekte Weise dem Vorbild von Leon Battista Alberti, der die Gesetze der Perspektive theoretisiert hatte, während die strenge und doch gelassene Haltung der Figuren Sie wahrscheinlich an Piero della Francesca erinnert.

Auf die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts geht auch der faszinierende San Gerolamo von Leonardo zurück, der eines der symbolträchtigsten Gemälde der Pinakothek ist. Es ist irgendwo in der Mitte zwischen einem Gemälde und einer Zeichnung einzuordnen. Die Figur des Heiligen, der sich für die Buße geißelt, ist mit einer solchen Genauigkeit definiert, dass einem sowohl die spirituelle als auch die körperliche Anspannung ins Auge springt. Am unteren Rand können Sie die Form des Löwen erkennen, der den Heiligen immer in seinen Darstellungen begleitet.

 

NEBENBEI: Eines Tages betrat ein reich gekleideter Mann die Werkstatt von Giotto und stellte sich als Gesandter von Papst Benedikt XI. vor, der einen Maler suchte, um ihm einen wichtige Auftrag zu erteilen. Er wollte ein Gemälde mitnehmen, aber Giotto malte ihm aus dem Stand eine großes „O“ freihändig auf ein weißes Blatt Papier und sagte ihm, er solle es dem Papst bringen. Es war ein perfekter Kreis, der aussah, als wäre er mit einem Kompass gezogen worden. Der Papst war so beeindruckt, dass er Giotto unter den vielen anderen Malern auswählte und nach Rom berief.

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