VIA DEL CORSO, DORIA-PAMPHILJ CARAVAGGIO UND VELASQUEZ

Audio-Guide Länge: 3.10
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Jetzt werde  ich Ihnen über die beiden bedeutendsten Gemälde der außerordentlichen Sammlung der Galleria Doria Pamphilj erzählen.

Das erste, das als Ruhe auf der Flucht nach Ägypten betitelt ist und um 1595 gemalt wurde, ist ein Meisterwerk der jungen Jahre und vermutlich das poetischste Werk des Caravaggio. Hier sehen Sie die Heilige Familie auf der Flucht vor Herodes, doch in diesem dramatischen Augenblick ersinnt der lombardische Maler einen fast magischen Moment der Ruhe, umgeben von dem Licht des Sonnenuntergangs: Man hat das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben und dass die Natur selbst den Atem anhält, um den Noten des Geige spielenden Engels zu lauschen. Sie meinen, es fast zu hören, dieses himmlische Wiegenlied für das schöne und zarte Jesuskind, das ganz, ganz fest von der müden und liebevollen Jungfrau Maria umarmt wird.

Der virtuose Solist des Himmelsorchesters ist ein schlanker Jüngling, eingehüllt in eine weiße Tunika, die ihm von den Hüften zu rutschen scheint; Und schauen Sie, wie heftig der Kontrast zwischen dem Engel und dem derben heiligen Joseph ist, der die Partitur hält, und sogar zum Esel, der aus dem Laubwerk herausschaut. Eine Szene, derer Sie nie müde werden, in der Sie immer neue Details entdecken, die mit unendlicher Sorgfalt gemalt sind, ohne jedoch jemals den Kontakt mit der Gruppe der zentralen Figuren zu verlieren.

Das zweite Bild, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten, ist das Porträt von Papst Innozenz X., das vom spanischen Meister Diego Velázquez geschaffen wurde. Mit der Wahl dieses Papstes im Jahr 1644 erreichte die Macht der Familie Pamphilj ihren Höhepunkt. Als bedeutender Mäzen barocker Künstler nutzte Giovanni Battista Pamphilj die Gelegenheit, sich von Velázquez, dem bereits berühmten Hofmaler von König Philipp IV., bei seinem zweiten Besuch in Rom verewigen zu lassen.

Nur wenige Male in der Geschichte der Malerei finden Sie ein Porträt, in dem die Farbe eine dermaßen wichtige Rolle spielt: gehaltvoll, reich und pastos in den weißen und roten Farben, die an den Pinselstrich und die Energie von Tizian erinnern. Und welch ungeheuerliche Macht liegt in den Augen des Papstes! Er vermittelt Ihnen deutlich seinen Charakter, in dem sich Misstrauen und Autorität vermischen. Der bedeutende, englische Maler Francis Bacon, der im 20. Jahrhundert tätig war, war tief beeindruckt, fast besessen von diesem Gemälde, so sehr, dass er ihm zahlreiche unheimliche und monströse „Veränderungen“ widmete.

 

NEBENBEI: Innozenz X. hatte eine Schwägerin, Olimpia, die vom Volk „Pimpaccia“, die Aufgetakelte, genannt wurde. Diese Frau trug zur Wahl ihres Schwagers bei und man munkelte, dass sie seine Geliebte war. Berühmt war sie für ihren Geiz: Während der Feste war es üblich, die Kerzenstummel für die Armen aus den Fenstern zu werfen. Sie ließ ihre Diener als Bettler verkleiden und schickte sie hinaus, um die halb abgebrannten Kerzen einzusammeln!

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