VIA DEL CORSO, PLÄTZE SANKT IGNATIUS UND SÄULE

Audio-Guide Länge: 3.14
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Nachdem Sie die Galleria Doria Pamphilj verlassen und die Pracht ihrer Meisterwerke immer noch vor Augen haben, setzen Sie Ihren Spaziergang entlang der Via del Corso auf derselben Seite fort. Vor Ihnen können Sie die Fassade der Kirche San Marcello al Corso bewundern, die in den Anfängen des 17. Jahrhunderts errichtet wurde.

Jetzt machen Sie einen kleinen Abstecher nach links, bis zu der zauberhaften Piazza Sant'Ignazio, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert im Rokokostil realisiert wurde. Die kleineren Gebäude, die sich rundum den Platz erheben, weisen eine außergewöhnliche Form auf, die ihnen den Spitznamen „Burrò“ verlieh, der von dem französischen Wort „bureau“, Schränke, abgeleitet wurde. In der Tat sehen sie eher wie Möbel aus als wie Gebäude!

Der Platz wird von der Travertin-Fassade der Kirche Sant’Ignazio dominiert, die auf das 17. Jahrhundert zurückgeht und dem Gründer des Jesuitenordens gewidmet ist. Zu Recht ist sie für ihre eindrucksvollen Fresken berühmt, die ab 1691 von Andrea Pozzo geschaffen wurden. Dieser brillante Jesuitenmaler und -architekt gestaltete das riesige Gewölbe, das das einzige Kirchenschiff bedeckt, wie eine Theaterbühne, wodurch Ihnen der Raum doppelt so groß erscheint! Die Bögen und Kolonnaden, die Gruppen von Heiligen, Engeln und symbolischen Figuren bilden eine Art Lexikon des geografischen und technischen Wissens jener Zeit: Auch wenn die Dekorationen Ihnen den Eindruck von Überfluss und Freiheit verleihen, liegen ihnen Kriterien wissenschaftlicher Strenge zugrunde. Das bedeutendste Werk ist die Apotheose des Heiligen Ignatius von Loyola. Zudem entwarf Pozzo die reichen Altäre und schuf die wie immer illusionistischen Fresken hinter dem Hauptaltar. Selbst die Kuppel ist eine Illusion: Stellen Sie sich unter das Fresko, das sie darstellt, und suchen Sie auf dem Boden den Stein, von dem man aus die illusionistische Täuschung der Fresken am besten bewundern kann. Sie werden sehen, welch schwindelerregende Wirkung es auf Sie haben wird!

 

Kehren Sie nun zur Via del Corso zurück. Ihr Spaziergang geht weiter bis zur Piazza Colonna, einem historischen Platz aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, der nach der Mark-Aurel-Säule benannt wurde. Sie ist fast dreißig Meter hoch und inspiriert sich an der Trajanssäule, wie Sie an der ununterbrochenen Reihe von spiralförmigen Flachreliefs, die die Siege des Kaisers über einige nomadische Völker Osteuropas preisen, erkennen können. Von dem Platz aus können Sie einen Shopping-Abstecher in die elegante Galleria Colonna machen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts realisiert wurde.

 

NEBENBEI: Im 19. Jahrhundert wurde in der Kirche Sant’Ignazio eine Tradition fortgeführt, die eng mit ihrer Nähe zum Astronomischen Observatorium mit der genauen Uhrzeit verbunden war: Jeden Morgen wurde eine 6 Meter lange Holzstange von der Fassade herabgelassen. Um genau 12 Uhr glitt ein schwarz bemalter Korbball an der Stange entlang, der der Engelsburg als Signal zum Abschießen der Kanone diente, um den Mittag anzukündigen.

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