MOLE ANTONELLIANA, AUFZUG

Audio-Guide Länge: 3.56
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: In ihrem großen massiven Innern versteckt die Mole Antonelliana den ersten Panorama-Aufzug, der offiziell für touristische Zwecke entwickelt wurde. Sie war wirklich ihrer Zeit einen guten Schritt voraus.

Der Aufzug wurde im Jahr 1953 während der Wiederherstellung der zerbrochenen Turmspitze realisiert, wovon ich Ihnen in der vorherigen Datei erzählt habe, und er wurde während der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum der Vereinigung Italiens in Betrieb genommen. Nachdem er mehrmals renoviert und in seinem Mechanismus und Verlauf modernisiert wurde, können Sie mit ihm seit etwa zwanzig Jahren sogar bis zum so genannten „Tempelchen“ hinauffahren, zu der Struktur aus zwei Balkonreihen, die über der Kuppel sitzt.

Dass die Mole einen Aufzug bekommen sollte, schien Bestimmung zu sein: Während der italienischen Generalausstellung von 1884, als die Arbeiten an der Mole Antonelliana noch nicht abgeschlossen waren, waren die Erwartungen bereits so stark, dass als eine der organisierten Attraktionen ein aufregender Aufstieg in einem kleinen Heißluftballon vorgesehen war, der vom nahe gelegenen Vittorio-Platz startete und ganz nach oben zur Baustelle fuhr, um die Arbeit aus der Nähe sehen zu können.

Und das ist nicht alles: Bis zu seinem Tod im stolzen Alter von neunzig Jahren arbeitete der Architekt Antonelli weiterhin an dem Gebäude, das seinen Namen trägt. Und weil er unbedingt persönlich den Baufortschritt verfolgen wollte, ließ er sich mit einem wackeligen Behelfsaufzug, der mit einer Riemenscheibe angetrieben wurde, bis nach oben an die Spitze bringen. Die Kühnheit des betagten Architekten wurde legendär: Jeden Tag konnte man ihn gehisst wie eine Fahne oben an der Spitze der fast fertigen Kuppel sehen.

Darum ist diese atemberaubende Reise mit Aufzug absolut empfehlenswert: Man fährt etwa 70 Meter in einer Minute in einer Kabine aus transparentem Glas hinauf. Während des Aufstiegs können Sie die gesamte spiralförmige Tour des Nationalen Kinomuseums sehen und dann, nach dem Aussteigen, werden Sie verstehen, warum diese Region Piemont heißt, weil sie sich zu den „Füßen“ der „Berge“ ausbreitet. Stellen Sie sich vor, mit dem heutigen Aufzug können Sie den Balkon erreichen, von dem Sie einen 360-Grad-Blick auf die gesamte Stadt Turin haben, eingerahmt vom majestätischen Kreis der Alpen.

 

NEBENBEI: Ein großer Teil des Films „Die zweite Hälfte der Nacht“ von Davide Ferrario wurde in der Mole Antonelliana gedreht. Und eigentlich spielt die Mole sogar darin die zweite Hauptrolle.

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