MOLE ANTONELLIANA, GESCHICHTE

Audio-Guide Länge: 3.49
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Guten Tag, ich bin Dirk, Ihr persönlicher Führer, und gemeinsam mit MyWoWo begrüßen wir Sie in einem der Wunder der Welt.

Heute begleite ich Sie beim Besuch der Mole Antonelliana.

Die Mole Antonelliana ist eine der schönsten und repräsentativsten Sehenswürdigkeiten von Turin!

Das erste, was einem bei der Betrachtung von außen auffällt, ist dieser merkwürdig geformte Turm aus Stahlbeton und Stahlträgern, der das Stadtzentrum von Turin dominiert.

Der Architekt Alessandro Antonelli, von dem die Mole ihren Namen hat, hat sie in dem für das neunzehnte Jahrhundert typischen gemischten Stil konzipiert, ein Stil, mit dem er bereits in seiner Heimatstadt beim Bau der Kuppel der Basilika Sankt Gaudenzio in Novara experimentiert hatte.

Es mag seltsam erscheinen, aber das Gebäude entstand ursprünglich als Synagoge, als Gotteshaus einer jüdischen Gemeinde.

Als im Jahr 1848 die Verfassung von Karl Albert die Religionsfreiheit für jedermann gewährte, kaufte die jüdische Gemeinde das Grundstück, um einen neuen Tempel mit angeschlossener Schule zu bauen. Das Projekt war großartig: Es war ein hohes Gebäude geplant, wodurch jedoch die Kosten stiegen und sich die Bauzeit verlängerte, sodass die jüdische Gemeinde schließlich das Projekt aufgab. Der Architekt war deshalb gezwungen, die Arbeiten mit einem provisorischen flachen Dach einzustellen.

Wenige Jahre später einigte sich die Stadt Turin mit der jüdischen Gemeinde durch die Überlassung eines anderen Grundstücks, wo diese eine neue Synagoge als Ersatz für die Mole bauen konnte. So kam es, dass die Stadtverwaltung das Gebäude auf eigene Kosten bauen ließ, mit dem Ziel, es in ein Denkmal für die Einheit Italiens zu verwandeln, das König Viktor Emanuel II. gewidmet werden sollte.

Die Arbeiten wurden also wiederaufgenommen und unter verschiedenen Schwierigkeiten fortgeführt, darunter auch ein Erdbeben. Schließlich wurde die Mole im Jahr 1889 fertiggestellt, aber der Architekt hat das Ende seines „vertikalen Traumes“ leider nicht gesehen, weil er im Jahr zuvor im Alter von neunzig Jahren gestorben war. Es war dann sein Sohn Costanzo, der die Turmspitze vervollständigte.

Dass die Mole Antonelliana ein perfekter Ort für ein Museum war, hatte man bereits im Jahr 1908 herausgefunden, als das Risorgimento-Museum darin untergebracht wurde, das jedoch dreißig Jahre später in den Carignano-Palast umzog. Danach wurde sie nur für Wechselausstellungen genutzt.

 

NEBENBEI: Als die Mole im Jahr 1889 fertig war, war sie mit ihren 167,5 Metern das höchste in Ziegelmauertechnik ausgeführte Bauwerk in Europa!

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