RIJKSMUSEUM , Rembrandt Späte Werke

Audio-Guide Länge: 2.26
Deutsch Sprache: Deutsch

Rembrandts letzte Gemälde werden in einem Raum der zentralen Galerie kurz vor Die Nachtwache ausgestellt.

Noch in den letzten Jahren seines Lebens erhielt der große Maler wichtige Aufträge, wie das Gruppenbild Die Vorsteher der Tuchmacherzunft aus dem Jahr 1662, mit den fünf Vertretern der Tuchmachergilde begleitet von ihrem Sekretär.

Mittelpunkt und Herzstück der Szene ist die Stoffprobe, die Gegenstand des Gesprächs ist. Die Reihenfolge der sitzenden Charaktere wird durch den Zweiten von links unterbrochen, da dieser im Begriff ist aufzustehen und mit dieser Geste die harmonische Komposition des Treffens durchbricht.

Die Entscheidung, die Aufmerksamkeit der Vorsteher auf den Betrachter zu lenken, ist brillant. Es ist, als hätten wir zu stark aufgetreten und dadurch den Fußboden zum Knarren gebracht. Die in ihre Arbeit vertieften Herren schauen daraufhin aus ihrem Hauptbuch auf, lassen Worte und Gesten in der Schwebe und starren uns alle zusammen an.

 

Schalten Sie jetzt auf Pause und betrachten Sie als nächstes eines der größten Meisterwerke des Malers, Die Judenbraut.

 

Dieses Bild entstand ein paar Jahre vor seinem Tod. Der Titel ist nicht original und kann sogar irreführend sein, denn nichts bestätigt die Tatsache, dass es sich um eine israelische Ehe handelt.

Rembrandt stellt in diesem Bild kein eindeutiges Thema dar, sondern repräsentiert den universellen Sinn der Liebe zwischen zwei Menschen. Die Kleider und Juwelen des Paares sind ein Wirbel aus Gold und Rot, der nicht das Werk eines Malers, sondern das eines Goldschmieds zu sein scheint.

Achten Sie auf die Geste der Umarmung. Der Mann hat die Schultern des Mädchens mit seiner Linken umschlossen, während die Rechte sich weit bis über die Brust streckt. Zärtlich, aber entschlossen berührt die Braut die Hand ihres Mannes auf der Brust; dieser doppelte Kontakt verstärkt die Spannung und betont das Bündnis, das Verständnis und das Verlangen. Mit einer einnehmenden Geste drückt der Mann die Braut immer näher an sich. So wird der geringe, sie noch trennende Raum im nächsten Moment ausgefüllt und sie werden eng umschlungen sein.

 

Und noch eine Kuriosität: Wenn Sie wissen wollen, wie der große Maler Rembrandt aussah, dem über 300 Gemälde und fast 2000 Zeichnungen zugeschrieben werden, sollten Sie wissen, dass Sie ihn hier im Museum in einigen seiner etwa hundert Selbstporträts sehen können.

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