SCHLOSS, DÜRER NATIONALGALERIE

Audio-Guide Länge: 2.43
Deutsch Sprache: Deutsch

Eines der bedeutendsten in Prag erhalten Gemälde ist das Werk „Das Rosenkranzfest“ von Albrecht Dürer. Es wird an einem ganz besonderen Platz ausgestellt. Das Bild gehört zu einem von drei Flügeln einer Altarmalerei, die der Künstler um 1506 während eines Aufenthalts in Venedig schuf.

Das von Experten als Meisterwerk des herausragendsten deutschen Renaissancekünstlers bewertete Gemälde kam auf Veranlassung von Kaiser Rudolf II. nach Prag, der in seiner Stadt die größte Gemäldesammlung nördlich der Alpen schaffen wollte.

Der Plünderung der Burgsammlung während des Dreißigjährigen Krieges entging es nur, weil es sich zu der Zeit im Kloster Strahov befand. Seit 1933 ist es ein unangefochtenes Juwel der Nationalgalerie.

 

Das große Gemälde wurde für die Kirche San Bartolomeo di Rialto in Venedig angefertigt, wo die deutschen Händler der Rosenkranzbruderschaft zusammenkamen. Es preist die Entstehung der deutschen Bruderschaft und stellt ein Treffen zwischen Papst Sixtus IV., der ihre Gründung im Jahr 1476 befürwortete, und Kaiser Friedrich III. von Preußen dar. Beide sind Gesegnete der Jungfrau des Rosenkranzes, Schutzherrin der Vereinigung, die ihnen einen Rosenkranz auf das Haupt setzt.

 

Dürer stellt die Figuren mit den Gesichtern seiner Zeitgenossen dar. Friedrich hat das seines eigenen Sohnes Maximilian I., Schutzherr der Künstler, während Sixtus IV. das von Papst Alexander VI. (von Borgia) hat. Zusätzlich sind weitere Personen abgebildet, die nicht unmittelbar mit dem Geschehen zusammenhängen, wie Jacob Fugger, Bankier der venezianischen Bruderschaft, der das Werk in Auftrag gegeben hatte und wie gewöhnlich auch Dürer selbst. Sie sehen ihn unter den Zuschauern; er hält ein in Latein geschriebenes und unterschriebenes Schriftstück, auf dem das Datum und die Zeitangabe von fünf Monaten für die Ausführung des Altarbildes zu sehen sind.

 

Das Altargemälde wurde in einem sehr schlechten und beschädigten Zustand in die Sammlung aufgenommen. Obwohl unsachgemäße Restaurierungsarbeiten das Original verändert haben, bleibt es dennoch ein entscheidendes Werk in Dürers Œuvre, das die Annäherung zwischen der feinen italienischen Malerei des frühen 16. Jahrhunderts und des präzisen nordischen, der flämischen Malerei nachfolgenden Stils sucht und findet.

 

Und noch eine Kuriosität: Obgleich Dürer sein Bild aktuell gestalten wollte, unterlief ihm ein Fehler. Der hier dargestellte Papst Alexander VI. von Borgia war seinerzeit schon seit drei Jahren verstorben und Julius II. sein Nachfolger.

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