SCHLOSS, ST. GEORG UND LOBKOWITZ PALAIS

Audio-Guide Länge: 3.06
Deutsch Sprache: Deutsch

Direkt hinter der Kathedrale eröffnet sich der Sankt-Georgs-Platz. In den ihn umgebenden Gebäuden befinden sich die Unterkünfte der Geistlichen. Auf der rechten Seite fällt Ihnen sicherlich ein altes Palais auf, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Geheiß von Kaiserin Maria Theresia in eine Unterkunft für verarmte Edeldamen umgewandelt wurde.

 

Der Platz trägt den Namen der alten Sankt-Georgs-Kirche. Mit ihrer barocken Fassade und ihren beiden Zwillingsglockentürmen ist sie unverkennbar und bestimmt die Skyline der Prager Burg. Zahlreiche Überarbeitungen haben das Erscheinungsbild der Kirche mehrfach verändert. In ihrem Inneren brachten Restaurierungsarbeiten eine romanische auf das Jahr 1100 zurückgehende Struktur ans Licht.

Über dem Hauptaltar sind einige aus der Zeit des Mittelalters stammende Deckenfresken zu sehen. Die wunderschöne zur Krypta hinabführende Treppe sowie die kostbare, dem heiligen Johannes von Nepomuk geweihte Kapelle sind hingegen Resultate der barocken Umbauarbeiten.

 

Links neben der Kirche steht das großflächige Sankt-Georg-Kloster. In seinen Räumlichkeiten stellt die Nationalgalerie ihre reichhaltige dem 19. Jahrhundert gewidmete Sammlung von Gemälden, Möbeln, Objekten, Einrichtungsgegenständen und Kleidungsstücken aus.

 

Wenn Sie der Straße folgen, die sich entlang der rechten Seite der Kirche windet, gelangen Sie zum Palais Lobkowicz aus dem 17. Jahrhundert. Es ist die bedeutendste Privatresidenz innerhalb der Burgmauern. In ihren perfekt restaurierten und von seinen Eigentümern sorgfältig neu eingerichteten Räumlichkeiten befindet sich ein wunderbares bei Touristen besonders beliebtes Museum. Es stellt die wertvolle Sammlung der Familie Lobkowicz aus, zu der kostbares Porzellan und Steingut sowie eine Reihe von Gemälden italienischer, deutscher und spanischer Meister wie Velasquez, Cranach und Canaletto gehören. Darunter ist das berühmte Gemälde „Die Kornernte“ von Pieter Bruegel dem Älteren ein wahres Meisterwerk.

Das Museum widmet einen großen Bereich der Musik, mit historischen Instrumenten und Noten, darunter einige Originale von Mozart und Beethoven; von Letzterem auch die Partituren seiner berühmten Vierten und Fünften Sinfonien.

 

Und noch eine Kuriosität: Die Familie Lobkowicz ist jüdischer Herkunft und wurde zweimal enteignet, zuerst vom nationalsozialistischen und später vom kommunistischen Regime. Erst nach einem 12-jährigen Prozess und dank der von Präsident Václav Havel erlassenen Gesetze wurde der Familie im Jahr 2012 das Palais zurückübereignet, wo sie im Jahr 2007 das Museum eröffnet hatte.

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