SCHLOSS, ZWEITER INNENHOF UND GEMÄLDEGALERIE

Audio-Guide Länge: 3.04
Deutsch Sprache: Deutsch

 

Der zweite Innenhof entstand durch die Trockenlegung eines Burggrabens und ist der strengste und kompakteste der Burg. Sein Erscheinungsbild geht auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück und er wird zum großen Teil als Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik genutzt.

 

In der Mitte des kleinen Platzes befindet sich ein Brunnen, aus dem ein barocker Springbrunnen gespeist wird. Auf der Nordseite eröffnet sich der Übergang zur Pulver-Brücke, die über den Burggraben und zu einer Manege aus dem 17. Jahrhundert führt, die heute für Sonderausstellungen genutzt wird.

Auf der Südseite des Innenhofes erhebt sich die Heilig-Kreuz-Kapelle, ein Bauwerk italienischer Architekten. In ihrem Inneren ist der Schatz des Heiligen Veit ausgestellt, eine kostbare Auswahl wertvoller sakraler Gegenstände, darunter Reliquien, Kreuze, Kelche und prächtig bestickte Paramente.

 

In dem Flügel, der ehemals die Stallungen beherbergte und 1929 von dem slowenischen Architekten Joze Plecnik umgestaltet wurde, befindet sich heute die Gemäldegalerie (auf Tschechisch Obrazarna). Sie stellt die Kunstsammlungen von Kaiser Rudolf II. aus, der an seinem Hof ungefähr 40 italienische, deutsche und flämische Maler beschäftigte. Außerdem stand er mit Antiquitätenhändlern aus der ganzen Welt in Verbindung, die für ihn vor allem die von ihm bevorzugten sinnlichen Gemälde suchten. Die Sammlung bestand einst aus ungefähr 4.000 Gemälden. Nach der Plünderung Prags während des Dreißigjährigen Krieges ging sie zum Großteil verloren.

Die Gemäldegalerie bildete sich erneut dank des Erwerbs vieler Originalwerke und Gemälde, die dem kaiserlichen Geschmack entsprachen.

Unter den zahlreichen ausgestellten Bildern stechen die Abteilung deutscher Malerei sowie Meisterwerke venezianischer Künstler aus dem 16. Jahrhundert wie Tiziano, Veronese und Tintoretto heraus.

Dem 17. Jahrhundert ist mit den Gemälden von Rubens und Guido Reni eine eigene Abteilung gewidmet.

 

Von der wundervollen Parkanlage auf dem „Felsen“, ein grünes von Joze Plecnik entworfenes Kleinod, haben Sie einen Blick auf die Rudolfs-Galerie und den Spanischen Saal, die beide zwischen dem 16. und 17. Jh. entstanden.

 

Und noch eine Kuriosität: Der Schatz des Heiligen Veit, der für die Öffentlichkeit in der Heilig-Kreuz-Kapelle ausgestellt ist, darf nicht mit dem deutlich wertvolleren Königlichen Schatz, der in einer Kapelle der St. Veits-Kathedrale zu sehen ist, verwechselt werden. Die Kronen, Zepter und Insignien der böhmischen Könige werden unter strengstem Verschluss aufbewahrt, genauer gesagt, handelt es sich um sieben verschiedene Schlüssel, die außer zu besonderen Anlässen nicht oder nur teilweise sichtbar sind.

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