NATIONAL GALLERY, Ginevra De Benci Leonardo

Audio-Guide Länge: 2.47
Deutsch Sprache: Deutsch

Das ist das einzige Gemälde von Leonardo da Vinci, dem berühmtesten und bekanntesten unter den Renaissancekünstlern, welches Sie auf dem amerikanischen Kontinent sehen können.

Es ist ein Bildnis in Öl auf Leinwand, das Leonardo, gerade 21-jährig, 1474 in Florenz gemalt hat. Es wurde mit der Lasurtechnik gearbeitet, wobei sehr dünne Farbschichten übereinander aufgetragen wurden. Dies ist nur mit Ölfarben möglich, da sie transparent sind.

Diese Technik hatte Leonardo von den flämischen Malern übernommen, von denen er insbesondere auch für dieses Bild Stilelemente imitierte wie den Glanz der Haare und die Blässe des Gesichts.

 

Zu sehen ist Ginevra de Benci, die 16-jährige Tochter eines seiner besten Freunde aus Florenz. Der Name des Mädchens wird von der Pflanze Wacholder symbolisiert, die auf Italienisch ähnlich wie Ginevra ausgesprochen wird.

Auf der Rückseite des Bildes ist ein Wappen mit einem Wacholderzweig in der Mitte gemalt, umgeben von einem Palmblatt und einem Lorbeerzweig. Die Palme symbolisiert Reinheit, während Lorbeer stellvertretend für Kultur steht. Darunter ist ein Spruchband angebracht VIRTUTEM FORMA DECORAT, („Die Gestalt schmückt die Tugend“).

Es ist bekannt, dass das Mädchen zu den kultiviertesten und brillantesten ihrer Generation gehörte. Sie hatte zahlreiche Verehrer und sogar Dichter widmeten ihr Sonette. Es war Bernardo Bembo, venezianischer Botschafter in Florenz, der das Bildnis bei Leonardo in Auftrag gab, nachdem er von Ginevra einen Korb bekommen hatte. Er wollte wenigstens ein Andenken an sie mit sich nehmen. Das Palmblatt und der Lorbeerkranz finden sich auch im Wappen Bembos wieder. Eine Untersuchung mit Infrarotstrahlen hat ergeben, dass sich unter dem Ginevra gewidmeten Spruchband, das Motto des Hauses Bembo befand.

 

Das Werk hat viele Parallelen zur Mona Lisa, einerseits da sich die Person im Freien befindet, eine äußerst seltene Tatsache für eine Frau in der damaligen Zeit, und andererseits, weil das Gemälde aufgrund schwerer Beschädigungen im Laufe der Zeit geteilt wurde. Eigentlich zeigte auch dieses Porträt den unteren Teil des Körpers der jungen Frau mit beiden Händen eng übereinandergelegt.

 

Und noch eine Kuriosität: Eine italienische Forscherin hat 50 Anagramme von Leonardo da Vinci entdeckt, die sich aus den Buchstaben des Mottos auf der Rückseite des Gemäldes zusammensetzen. Sie erzählen die Geschichte von Ginevra de Benci und bestätigen einmal mehr ihre Identität.

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