BRERA, Abendmahl In Emmaus - Caravaggio

Audio-Guide Länge: 2.31
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Ab dem Ende des Jahres 2016 hat dieses Abendmahl in Emmaus einen neuen Platz in der Pinakothek gefunden, mit einem Standort vor einer Beleuchtung von perfekter Effizienz. Es ist ein Meisterwerk von Caravaggio, dem großen lombardischen Künstler, von dem Sie in Mailand den herrlichen jugendlichen Obstkorb bewundern können, der in der Pinakothek Ambrosiana aufbewahrt wird.

Das Werk fällt mit einem für den Maler sehr heiklen biographischen Moment zusammen: Das war im Sommer 1606. Im Alter von 35 Jahren kommt Caravaggio nach Rom, wo er endlich Ruhm und Erfolg erreicht: Aber plötzlich ändert sich alles. Der Maler wird in eine Rauferei verwickelt, bei der er einen Rivalen erschlägt, und muss fliehen. Darüber hinaus wurde er selbst während der Kampfs schwer verwundet. Von diesem Moment an wird er wegen Mordes gesucht und muss ein Leben auf der Flucht führen. Wahrscheinlich wurde dieses Bild gemalt, während Caravaggio sich auf den Landgütern seiner Beschützer, den Prinzen Colonna versteckte, in Erwartung seiner Genesung und seiner Weiterreise nach Neapel.

Das Bild erzählt eine Episode aus dem Evangelium, die nach der Auferstehung stattfand: Jesus befindet sich in einem Gasthaus von Emmaus, einem Ort nicht weit von Jerusalem. Nachdem er das Brot gebrochen hat, segnet er es mit der gleichen Geste wie beim letzten Abendmahl und wird dadurch von den beiden Jüngern erkannt, die er unterwegs getroffen hatte. Das Gesicht Christi wird zur Hälfte im Schatten belassen und drückt ein Gefühl von ergreifender Melancholie aus. Wie man sieht, werden die narrativen Elemente auf ein Minimum reduziert: Neben den beiden erstaunten Jüngern sind im Hintergrund der Wirt und eine ältere Frau zu sehen, die ein Fleischgericht trägt. Das Brot ist in der Mitte der Komposition: eine sehr realistische Szene in bescheidenem Ausdruck. Die Gefühle sind vollständig auf die expressive Energie der Gesichter und der Haltungen der Figuren übertragen. Der Wechsel von Licht und Schatten schafft eine Atmosphäre von großer mystischer Intensität, die aber keinesfalls mit der tiefen Einfachheit kontrastiert.

 

NEBENBEI: Manche sagen, dass Caravaggio in der Figur des Christus’ sich selbst porträtiert hat.

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