BRERA, BEWEINUNG CHRISTI - A. MANTEGNA

Audio-Guide Länge: 2.20
Autor: STEFANO ZUFFI E DAVIDE TORTORELLA
Deutsch Sprache: Deutsch

Sie befinden sich vor einem der bedeutendsten Gemälde dieser Pinakothek und einem, das laut einer Umfrage unter den der Besuchern auch als das Beliebteste gilt. Dabei handelt es sich wahrhaftig nicht um ein fröhliches Gemälde. Wegen seiner außergewöhnlich zarten Farben, des dramatischen Themas und der beeindruckenden Virtuosität der Perspektive erfordert es besondere Aufmerksamkeit bei der Art seiner Ausstellung. Sicherlich kommt es dadurch besonders zur Geltung, dass es sich in der Mitte eines langen, relativ schmalen Saals mit spezieller Farbe an den Wänden und entsprechender Beleuchtung befindet.

Die Beweinung Christi ist nicht nur wegen seiner Schönheit ein außergewöhnliches Bild, sondern auch, weil es eines der wenigen Werke des fünfzehnten Jahrhunderts ist, das auf Leinwand anstatt auf Holz gemalt wurde. Falls Sie über die gedämpften Farbtöne und Lichter erstaunt sind, sollten Sie bedenken, dass sich die Szene in einem halbschattigen Innenbereich abspielt.

Das Bild wurde von Andrea Mantegna in den letzten Jahren seines Lebens geschaffen, kurz nach dem Jahr 1500, und es scheint, dass der Maler es für seine Grabkapelle gemalt hat. Allerdings waren ihre Kinder nach seinem Tode gezwungen, das Bild zu verkaufen, um die Schulden abzuzahlen, die er hinterlassen hatte.

Der gewaschene und mit Salben für das Begräbnis bereitete Leib Christi scheint auf einer kalten Platte aus rötlichem Marmor abgelegt, dem sogenannten „Salbungsstein“, der hier auf außergewöhnliche Weise in den Vordergrund tritt. In Mantua, wo Mantegna starb, wurde nämlich einen Splitter dieser Marmorplatte aus dem Heiligen Grab zu Jerusalem als Reliquie aufbewahrt.

Am äußersten linken Rand der Szene sind einige Personen in tiefer Trauer zu sehen: Die weinende Maria in Tränen ist viel älter als üblicherweise in einer Kreuzigungsszene dargestellt, der Apostel Johannes mit gefalteten Händen, und eine dritte Person, vielleicht die Maria Magdalena, von der nur ein kleiner Teil des Gesichts zu sehen ist.

 

NEBENBEI: Wenn Sie das Bild genau ansehen, werden Sie feststellen, dass es nicht genau den Gesetzen der Perspektive folgt. Für eine „realistische“ Darstellung hätten die Füße größer gemalt werden müssen, aber damit wäre die Person Jesu dem Risiko ausgesetzt gewesen, lächerlich gemacht zu werden. Mantegna hat sich deshalb bewusst entschieden, sie zu verkleinern.

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